Dr. Claudia Bendick

Dr. Claudia Bendick

Beraterin Öffentlicher Sektor

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2 Minuten Lesezeit

06. August 2026

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Insights

Workarounds als Chance für Veränderung

Unternehmen stehen z. B. in Folge von wirtschaftlichen oder personellen Faktoren (z. B. dem Mangel an Fachkräften) vor der Notwendigkeit, sich ständig weiterzuentwickeln und damit permanent Veränderungen vorzubereiten und umzusetzen. Dabei übersehen sie eine unbequeme Wahrheit: Die besten Ideen sind oft bereits vorhanden, nur stehen sie in keinem Handbuch und in keiner Prozessbeschreibung. Sie leben in den täglichen Workarounds der Mitarbeitenden. Ob diese Erkenntnisse genutzt oder ignoriert werden, sagt viel über die Unternehmenskultur eines Unternehmens aus. Sie entscheidet, ob aus informellen Lösungen echte Verbesserungen werden.

Im Rahmen eines dreijährigen BMFTR-Forschungsprojekts haben wir von myconsult gemeinsam mit den Anwendungspartnern der Firmen REMBE, Krone, und Westfalen sowie mit den Methodenpartnern Universität Paderborn (Lehrstühle Wirtschaftsinformatik und Personalwirtschaft) und den Unternehmensberatungen viadee und UNITY untersucht wie Workarounds in Unternehmen entstehen, wie und ob sie genutzt werden und welche Voraussetzungen (auch technische) notwendig sind, um gute Workarounds effektiv für die Weiterentwicklung eines Unternehmens zu nutzen. 

Die myconsult legte ihren Forschungsschwerpunkt auf die Voraussetzung für die effektive Nutzung von Workarounds auf die Unternehmenskultur. Denn Workarounds sind kein Zeichen schlechter Mitarbeitenden. Sie sind häufig ein Zeichen dafür, dass Menschen Verantwortung übernehmen und Lösungen finden, wenn Prozesse nicht mehr zur Realität passen. Ob Unternehmen daraus lernen oder diese Potenziale ungenutzt lassen, entscheidet die Unternehmenskultur.

Prozesse werden in der Regel für Standards entwickelt, vielfach ist die Praxis aber komplexer als ein Standardprozess. Um Zeit zu sparen und die Effektivität zu steigern, weichen Mitarbeitende von den Vorgaben der Standardprozessen ab. Ob diese veränderten Prozesse zu einer neuen, verbesserten Arbeitsroutine werden, hängt stark davon ab, wie wandlungsfähig die Unternehmenskultur ist. Fördert sie Offenheit, Reflexion und Zusammenarbeit? Oder sorgt sie dafür, dass Abweichungen lieber verschwiegen werden? 

Um diese Fragen greifbar zu machen, hat die myconsult im Rahmen des Forschungsprojektes ein Kulturmodell mit dem Fokus auf Wandlungsfähigkeit entwickelt. Es unterstützt Unternehmen dabei, den Ist-Zustand und den gewünschten Soll-Zustand ihrer Unternehmenskultur mithilfe von Befragungen sichtbar zu machen. Auf dieser Grundlage können gemeinsam mit der Geschäftsführung passende Maßnahmen für die Management- und Führungsebene ausgewählt werden, denn Veränderung von Unternehmenskultur ist klar Führungsarbeit.

Wie wandlungsfähig ist Ihre Unternehmenskultur wirklich? Und welche kulturellen Muster fördern Veränderungen, während andere sie ausbremsen?

Unser Kulturmodell macht genau diese Unterschiede sichtbar. Es betrachtet Unternehmenskulturen anhand verschiedener Spannungsfelder, beispielsweise zwischen Individualismus vs. Kollaboration, kooperativer Führungsstil vs. autoritärer Führungsstil, Kunden- und Marktorientierung vs. interner Fokus. 

Im nächsten Beitrag zeigen wir, wie das Modell aufgebaut ist und welche konkreten Impulse Führungskräfte nutzen können, um ihre Organisation Schritt für Schritt näher an die gewünschte Zielkultur im Unternehmen zu bringen.


Sie möchten die Wandlungsfähigkeit Ihrer Organisation stärken? 

Das Forschungsprojekt ChangeWorkAround zeigt, wie Unternehmenskultur und Workarounds zu Treibern erfolgreicher Veränderungen werden. Mehr Informationen finden Sie unter https://www.changeworkaround.de/ . Wenn Sie die Erkenntnisse in Ihrer Organisation umsetzen möchten, begleiten wir Sie mit passgenauen Beratungsleistungen. Entdecken Sie unsere Beratungsprodukte unter https://myconsult.de/leistungen/beratungsprodukte .